Wieviel Krebs verträgt Familie

Die Diagnose Krebs ist ein tiefer Einschnitt im Leben von Betroffenen und auch ihren Angehörigen. Die physische und psychische Veränderung des Patienten beeinflusst die ganze Familie und ist eine emotionale Herausforderung. Konflikte sind vorprogrammiert, und der Umgang mit ihnen mündet oft in Hilflosigkeit oder Überforderung. Wie kann man eine Routine in einen Alltag bringen, der sich um 180 Grad ändert? Wie schaffen es alle Beteiligten, mit der Diagnose zu leben und nicht daran zu zerbrechen? Wieviel Krebs verträgt Familie?

Rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Krebs­erkran­kung, die in den letzten 5 Jahren dia­gnosti­ziert wurde. Davon sind ca. 117.000 Familien mit minderjährigen Kindern, in denen mindestens ein Elternteil in den letzten 5 Jahren an Krebs erkrankt ist. Rund 152.000 Kinder und Jugendlichen in Deutschland befinden sich aktuell in einer solchen Situation. Hier ist die Belastung besonders hoch.

Die Rolle des Patienten ist durch das bestehende Gesundheitssystem vorgegeben: Es gibt Ärzte, eine Diagnose, eine Akte und eine Therapieempfehlung. Doch die Angehörigen fallen bei diesem Raster durch – sie müssen ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen erkennen. Als Familie nicht einfach, für Kinder eine ganz spezielle Herausforderung, wenn Mama oder Papa erkranken.

Sich gut zu informieren und Hilfe zuzulassen, kann daher im Umgang mit der neuen Situation helfen. Es geht darum, die eigenen Kräfte zu stärken und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen. Netzwerke zu erweitern ist für alle Beteiligten wichtig, um sich auszutauschen und unter Gleichgesinnten Verständnis zu erfahren.

Wir tragen Erfahrungen von Betroffenen zusammen, sprechen über den Einbezug von Kindern, Ängsten, den Umgang mit der Erkrankung, aber auch über die Grenzen von Rücksicht und Verständnis. Wir zeigen, dass man einen Weg finden kann, mit der Nachricht Krebs einen lebenswerten und guten Alltag zu finden.