Wake Up Call? Krebs nach Corona

Was bringt die Digitale Revolution?

Sars-CoV-2 – ein Virus stellt weltweit das Leben auf den Kopf. Auch das Gesundheitswesen ist mit neuen Herausforderungen konfrontiert, nicht nur in Bezug auf die Corona-Infizierten. Während nämlich die Betreuung von bereits diagnostizierten Krebskranken weitestgehend ohne Engpässe gewährleistet bleibt, müssen einige Untersuchungen zur Früherkennung und weiteren Abklärung zwangsweise zeitweise ausgesetzt werden. Expertinnen und Experten zeigen sich besorgt: Sie befürchten, dass es hier zu entscheidenden Verzögerungen kommen kann. Denn Tumore bilden sich ja auch während und trotz Corona.

Doch die Pandemie muss nicht nur negative Auswirkungen haben. Oder um es mit den Worten von Matthias Horx auszudrücken: „Jede Krise birgt eine Chance“. So zum Beispiel in Hinblick auf die Digitalisierung. Ein Thema, mit dem sich Deutschland bislang vergleichsweise schwergetan hat, welches nun aber mehr denn je zum festen alltäglichen Bestandteil vieler geworden ist. Auch im Medizinsektor, in dem man bisher vorwiegend analog gearbeitet hat, konnte man sie sich zunutze machen und könnte auch zukünftig davon profitieren.

Ein Beispiel für digitale Lösungen ist die Terminvereinbarung online, die nicht nur schneller funktioniert, sondern mit der auch Patientenströme besser gesteuert werden können. Ebenso gewinnt man mittels Telemedizin Zeit, hilft volle Wartebereiche zu vermeiden und überwindet räumliche Distanzen. Gesundheits-Apps können die Bevölkerung im Umgang mit Beschwerden und Erkrankungen unterstützen. Solche Apps könnten durch die Corona-App, die zügig entwickelt und millionenfach heruntergeladen wurde, nochmal mehr Aufmerksamkeit erfahren. Zu guter Letzt finden auch Medizinkongresse im Netz guten Anklang. Viele nehmen virtuell teil, sparen Zeit und Reisekosten und machen Gebrauch davon, dass sie länger und flexibler auf Inhalte zugreifen, ja sogar bei parallel stattfindenden Veranstaltungen mitmachen können.

All diese Strukturen können das Gesundheitswesen im Alltag entlasten und durch positive Erfahrungen der Patienten die Akzeptanz für eine digitale Gesundheitskarte, elektronische Patientenakte oder gar ein ganzes Smart Hospital steigern und letztendlich zu deren Durchbruch verhelfen.

Wer könnte digitale Innovationen vorantreiben? Welche Hürden müssen dabei überwunden werden? Wie lange muss eine Krise andauern, damit sich dauerhaft etwas verändert? Aktuell beobachtet man, dass die Menschen bereits nach einigen Monaten „Coronamüde“ sind und in alte Muster verfallen. Warum konnte beispielsweise die Corona-App so schnell auf die Beine gestellt werden? Was lief anders, als sonst?
Wie ändert sich unsere Gesellschaft durch die Digitalisierung so vieler Lebensbereiche?