Krebspatienten erzählen ihre Geschichte (Erwachsene)

#storytelling

Wir stellen Menschen vor, die vielleicht niemals vorhatten, sich Autoren zu nennen. Das eigene (Krebs-) Schicksal motivierte sie, über sich selbst und ihre Angehörigen zu schreiben. Wir erfahren, was sich hinter dem Begriff Verarbeitungsliteratur verbirgt und sprechen mit den Autoren darüber welche Gründe es noch gibt, sein Schicksal mit der Öffentlichkeit zu teilen.

So wie Ines Gillmeister: Als ihr Mann Simon gegen den Krebs kämpft, beginnt die gelernte Erzieherin gegen ihre Angst und Trauer anzuschreiben. Ihren Blog nennt sie „Cancer is an Asshole“, Zehnzausende lesen ihre Berichte. Nach 6 Jahren stirbt Simon mit nur 37 Jahren an den Folgen eines Multiplen Myeloms. Ein halbes Jahr später erscheint das Buch „Rock den Himmel, mein Held“, in dem Ines Gillmeister über den langen Weg ihres Mannes, über Zweifel und Hoffnungslosigkeit, aber auch über das Glück der Anteilnahme schreibt.

Tim Lobinger ist erfolgreicher Weltsportler, durchtrainiert, stark. Definiert und ausgezeichnet durch sportliche Ausdauer, Erfolg und Ehrgeiz. Am 3. März 2017 bekommt er die Diagnose Leukämie. Nach fünf Chemotherapien und einer Stammzelltransplantation gilt er als geheilt. Doch noch bevor sein Erlebnisbericht „Verlieren ist keine Option. Mein Kampf gegen den Krebs“ im Frühjahr 2018 erscheint, ist der Krebs in einer mutierten Form zurück. Der Kampf geht weiter für den 48jährigen.

„In meinem Herzen steckt ein Speer“, sagt Anja Caspary im Titel ihres Buches, das am 14.09.2020 erscheint und in dem sie das Jahr beschreibt, das alles verändert: Erst bekommt die radioeins-Musikchefin und -Moderatorin die Diagnose Brustkrebs, dann erkrankt auch ihr Mann schwer und verstirbt. Wie kann ein Leben gelingen, über das gleich zwei existenzielle Katastrophen hereinbrechen?

Mit den Autor*innen spricht Jennifer Kroll, Verlagsleiterin von Eden Books. Sie bietet im Rahmen der YES!CON einen 5teiligen Schreibworkshop für Interessierte an.